Peter, der schwedische Entenzüchter

Peter Blombergsson ist Schwede und lebt in Slowenien. Wahrscheinlich kennen nur wenige seinen Namen, einige haben jedoch mit Sicherheit bereits von seiner Entenfarm am Fuße des Lavrovec gehört, in der Nähe des Ortes Smrečje, der von weitläufigen Wäldern und Wiesen umgeben ist.

 

Peter war in Schweden mehr als 12 Jahre als Unternehmer tätig. Er hatte nach abgeschlossener Kochlehre begonnen zu arbeiten. Da er sich bereits von Kindesbeinen an der Bedeutung kleiner Landwirtschaften bewusst war, gründete er eine kleine Entenfarm, wo er Enten für bekannte schwedische Restaurants züchtete.

Später entschloss er sich Schweden aus unterschiedlichen Gründen zu verlassen. Er wollte in ein Land ziehen, dass ihm einen guten Lebensstandard und angemessene Arbeitsbedingungen bot. Slowenien kannte er bereits, da er den slowenischen Karst und Hrastnik besucht hatte. Auf einer seiner Europareisen hatte er sich in die slowenische Kulinarik und Landwirtschaftskultur verliebt. Auch kannte er ein paar slowenische Köche, so etwa Ana Roš. Dennoch zog er für das Beschreiten neuer Wege auch Wales und einige Gegenden Spaniens in Betracht. Ende 2014 übersiedelte er nach Slowenien. Er begann bei der Landwirtschaft Štekar in Kojsko in der Region Goriška Brda zu arbeiten, wo hauptsächlich Weinbau betrieben wird. Später lernte er Luka Košir kennen, einen jungen slowenischen Koch und Besitzer des Restaurants Grič in Šentjošt nad Horjulom. Die beiden fanden über Peters selbstgemachten Birkensirup zueinander. Diese Bekanntschaft war für Peters weiteren Weg bedeutend.

Zurzeit ist Peter bei Luka angestellt. Er arbeitet auf der Entenfarm und hilft beim Kochen im Restaurant. Luka und Peter leiten die erste ökologische Entenfarm in Slowenien, die auch wir zu besuchen Gelegenheit hatten.

Aus Ljubljana fuhren wir etwa 40 Minuten zur Farm. Dort empfingen uns Schnee, klirrende Kälte und ein Wachhund. Dann sahen wir Peter, der aus der Scheune kam, in Arbeitskleidung, eine Schüssel mit Entenfutter unterm Arm. Er begrüßte uns und zeigte uns die Farm. Wir sahen zugefrorene Teiche und verschneite Wiesen, die in der Sommerzeit eine ideale Weite für Enten sind. Wegen der Kälte halten sich die Enten zurzeit vornehmlich im Stall oder auf einer kleineren eingezäunten Wiese auf. Peter zeigte uns, wie er die Enten fütterte und erklärte uns, welche Entenrassen hier gezüchtet werden. Wir erfuhren, dass Slowenien aufgrund des milden Klimas, das sich deutlich von jenem in Schweden unterscheidet, ein ausgezeichneter Ort für die Entenzucht ist.

      

Als Peter nach Slowenien kam, wünschte er sich zu Beginn eine Pause vom Unternehmertum und wollte sehen, wie andere arbeiten. Nun plant er die Eröffnung eines eigenen Unternehmens. Nun plant er die Eröffnung eines eigenen Unternehmens, das ihm die Verwirklichung seiner zahlreichen Ideen in Verbindung mit Produkten aus der Natur gestatten würde, z. B. sog. Food Jams. Er informierte sich bereits über die Formalitäten, die für eine Unternehmensgründung notwendig sind. Dabei unterstützte ihn Luka, auf dessen Hilfe er sich immer verlassen konnte. Falls notwendig kann er sich auch an das Schwedische Konsulat wenden. Die slowenische Bürokratie bereitete ihm bis dato kein Kopfzerbrechen, doch er betont, alles sei stets von den Personen abhängig, die für bestimmte Verfahrensschritte verantwortlich sind. Einige sind sehr freundlich, sprechen problemlos Englisch und sind bereit zu helfen, andere wiederum nicht.

       

Peter ist mit seinem Leben in Slowenien zufrieden, da er sich hier sicher fühlt. Er blickt optimistisch in die Zukunft und hat zahlreiche innovative Geschäftsideen. Natürlich vermisst er seine Familie und Freunde. Andererseits empfindet er Slowenien als ein Land, in dem man gut leben kann, und das ist schließlich das Wichtigste.

Das Projekt wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowenien-Österreich kofinanziert.
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