Urban Diversity, wissenschaftliche Konferenz

Am Mittwoch, den 28. November 2018, organisierte ZRC SAZU eine wissenschaftliche Konferenz, zu der zahlreiche Experten, die im Bereich migrantisches Unternehmertum tätig sind, zusammenbrachte. Vortragende aus Ljubljana, Graz und Zagreb präsentierten den Teilnehmern ihre Beiträge. Die Präsentationen und Diskussionen gaben Einblick in Herausforderungen und Möglichkeiten, vor die Ljubljana und Graz gestellt sind bzw. die sich den beiden Städten bieten und Schwerpunkte im Projekt Urban Diversity darstellen.

Einleitend rief Jure Gombač (ZRC SAZU) eine Definition von Migranten in Erinnerung und präsentierte einige statistische Daten bezüglich migrantischer Beschäftigung in Slowenien. Weiters präsentierte er das Projekt und das Konzept migrantischen Unternehmertums.

Sara Kekuš vom Zentrum für Friedensforschung in Zagreb (Centar za mirovne studije) präsentierte das Projekt Migrent, das Unternehmertum als Werkzeug zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Emanzipation von Migranten thematisiert. Als Projektergebnis zeigte Sara ein Buch mit dem Titel „Taste of Home“, in dem Rezepte gesammelt sind, die die migrantischen Projektteilnehmer an ihre Heimat erinnern. Sara zeigte ein weiteres Endergebnis des Projekts: ein Video in dem Migranten über die Wirkung des Projekts auf ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status sprechen.

Andrea Darvishzadeh-Nowruzali setzte als Vertreterin der Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung der Stadt Graz mit einer Präsentation von Maßnahmen fort, mithilfe derer die Stadt Graz migrantische Unternehmer dabei unterstützt Unternehmen zu gründen und zu entwickeln. Als zentrale Maßnahme wurde dabei die Möglichkeit zu verringerten Mieten und zu Dolmetschungen in zahlreiche Sprachen unterstrichen. Nach ihr präsentierte Debbie Adams, eine Neuseeländerin, die der Liebe wegen nach Österreich gekommen war, ihre Geschichte als migrantische Unternehmerin. Debbie ist stolz auf ihr Projekt Seddwell Center – Bohemian Soul, das Entspannung, Sprachkurse und kulinarische Angebote unter einem Dach versammelt.

Max Zimani, ein Migrant aus Simbabwe und Manager des Projekts Skuhna, präsentierte das Restaurant Skuhna, das sich in Ljubljana auf der Trubarjeva-Straße befindet, und legte die Anfänge des Projekts dar. Skuhna oder „Weltkulinarik in slowenischer Weise“ ist das Ergebnis von Arbeit mit Migranten. Die Teilnehmer hörten etwas über die Herausforderungen, vor die Max gestellt war, als er den Restaurantbetrieb aufnahm, und mit denen er nach wie vor kämpft. Skuhna begann als Anbieter von Kochkursen und bietet nun Speisen, organisierte jedoch auch unterschiedliche Workshops und Diskussionen zu Herausforderungen und Erfahrungen von Migranten in Slowenien. Max beendete seine Präsentation mit der Feststellung, dass zahlreiche Migranten in Slowenien nach wie vor gesellschaftlich ausgegrenzt werden.

Es folgten kurze Präsentationen zur Projekten, die die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt sowie migrantisches Unternehmertum fördern, von folgenden Organisationen: Slowenisches Rotes Kreuz, ZRC SAZU, Friedensinstitut Ljubljana (Mirovni inštitut), Entwicklungsagentur (Razvojna agencija) Maribor und Unabhängige Arbeitergewerkschaft Sloweniens (Neodvisni sindikat delavcev Slovenije).

Das Projekt wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowenien-Österreich kofinanziert.
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